Über Espressomaschinen
Die Espressomaschine ist ein nicht ganz unwichtiger, aber meist überschätzter Faktor bei der Espresso-Zubereitung.
Meine erste Maschine war ein einfaches Modell ohne Pumpe. Bei diesen sehr preiswerten Maschinen wird das Wasser mit dem Dampfdruck durch das Kaffeemehl gepresst. Der Nachteil ist, dass das Wasser dabei zu heiß wird. Solche Maschinen sind daher nicht besser als die kleinen Espressokocher aus Aluminium für die Herdplatte. Einen guten Espresso kann man damit nicht produzieren.
Bald nachdem ich auf den Geschmack gekommen war, bin ich auf eine Maschine mit Pumpe umgestiegen, nämlich die Espresso Novo (Modell 964) von Krups. Sie hatte zwei Temperaturstufen: Eine für den Kaffee und eine für den Dampf, zum Aufschäumen der Milch für den Cappuccino. Alles in allem eine gute Maschine zu einem eher kleinen Preis.
Eine sehr preiswerte Maschine zum Zubereiten von ganz gutem Espresso war übrigens das Modell Picco von Tchibo mit der ebenso genialen wie einfachen Schleudertechnik. Bei dieser Maschine wurde das Wasser nicht mit einer Pumpe durch das Kaffeemehl gepresst, sondern, wie bei einer Wäscheschleuder, im wahrsten Sinne des Wortes hindurch geschleudert. Die ersten Versionen dieser Maschine waren ausschließlich für die Zubereitung von Espresso geeignet. Später hat Tchibo eine Pumpe und Vorrichtung zum Aufschäumen von Milch hinzugefügt. Dabei wurde der Espresso aber immer noch in der bewährten Schleudertechnik zubereitet.
Seit ein paar Jahren freue ich mich über meine Bazzar A3.
Bazzar A3
Die A3 von
Bazzar
ist eine wirklich solide Espressomaschine. Das Gehäuse ist komplett aus Edelstahl (zum
größten Teil 2,8 mm stark und poliert). Das sieht schon recht
beeindruckend aus. Die Qualität der Maschine liegt aber in der Konstruktion. Sie
verfügt über einen Dampfkessel und einer sehr massiven Brühgruppe mit dem
Siebträger. Der Dampfkessel sorgt für ausreichend Dampf mit genügendem
Druck zum schnellen Aufschäumen von Milch. Die Kesseltemperatur wird indirekt über
den Kesseldruck geregelt. Der Thermoblock mit dem Siebträger wird über
einen Wärmetauscher im Kessel beheizt und ist stets etwas niedriger temperiert.
Diese in großen Maschinen gebräuchliche Art der Temperierung erlaubt das
wechselweise Zubereiten von Kaffee und Aufschäumen von Milch, ohne dass der Kaffee
dabei wegen zu hoher Temperatur verbrennt.
Das hohe Gewicht der Maschine hat aber auch seinen Nachteil. Man kann die Maschine nicht mal eben einschalten, wenn einem nach Espresso gelüstet. Stattdessen wird sie morgens über eine Zeitschaltuhr eingeschaltet, so dass sie rechtzeitig ihre richtige Temperatur erreicht.
Selbst mahlen!
Wer Wert auf guten Espresso legt, sollte in jedem Fall zunächst in eine Kaffeemühle investieren und seinen Kaffee in ganzen Bohnen kaufen. Die Mühle muss unbedingt eine mit Kegel- oder Scheibenmahlwerk sein; Mühlen, die den Kaffee mit Messern klein häckseln sind für Espresso unbrauchbar.
Wer selbst mahlt, hat nicht nur mehr Aromastoffe in seinem Espresso, sondern kann den Mahlgrad seines Kaffees optimal auf die Maschine einstellen. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um guten Espresso -- auch mit einer einfachen Espressomaschine -- zuzubereiten. Auf der Webseite von Bazzar ist sehr schön beschrieben, woran man den richtigen Mahlgrad erkennt.